polyloq.art
Vorbemerkung
Polyloq ist eine Wortbildung aus poly (viel) und -loq (sprechen). Als Architekturpraxis bezeichnet sie die Einsicht, dass Bauen immer in einem Gespräch mit vielen Stimmen entsteht — mit dem Ort, dem Material, der Geschichte, den Beteiligten. Polyloq.art überträgt diese Praxis auf das Feld der Kunst: als Ort für Sammeln, Kuratieren, Schreiben, Denken.
Der erste Strang dieser Seite sind Gespräche mit Claude, einem Sprachmodell, das aus dem Lesen sehr vieler Texte entstanden ist. Wer mit Claude spricht, spricht nicht mit einem Bewusstsein, aber auch nicht mit einer Datenbank. Es ist etwas Drittes — eine Sprechfähigkeit ohne Subjekt, die in der Form des Dialogs operiert. Was dabei entsteht, ist weder Information noch Konversation im üblichen Sinn. Es ist eine Textsorte, die noch keinen kanonischen Ort hat.
Die Gespräche sind nicht vollständig dokumentiert, sondern ausgewählt. Sie sind nach Themen geordnet, manchmal kommentiert, immer datiert. Was sie zur Kunst macht, ist nicht ihre Form und nicht ihr Inhalt, sondern der kuratorische Akt — die Setzung, dass diese Texte einen Ort verdienen, an dem sie zusammen stehen und einander kommentieren. Das ist eine alte Position, seit Duchamp: Kunst ist auch das, was als Kunst gesetzt wird.
Daneben wird polyloq.art weitere Stränge aufnehmen: Beiträge zur Sammlung, Texte zu Ausstellungen und Künstlern, eigene Projekte. Was sie verbindet, ist eine Haltung: das Interesse an Positionen, die nicht im Zentrum stehen, und an Formen des Denkens, die sich der schnellen Verwertung entziehen.